Am Itzelberger See |
![]() Damit auch Nicht-Königsbronner eine Ahnung bekommen, was im Sommer 2009 am
Itzelberger See veranstaltet wurde, nachfolgend eine kurze Beschreibung mit meinen kritischen Anmerkungen,
vor allem zu den Auswirkungen auf die dortige Tierwelt. |
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| Vom 02. bis zum 19. Juli bot am Itzelberger See 18 Tage lang
nachts von 22:00 Uhr bis Mitternacht ein Open-Air-Kino der Spaßgesellschaft Unterhaltung,
auf der Wiese zwischen dem Friedhof und dem See (Bild unten). Schon während der Kinowochen wurde die Wiese mit Rindenmulch bedeckt, damit die Zuschauer mit den Stühlen nicht in der regennassen Wiese versinken. Nach Veranstaltungsende wurden die dicken
LKW-Spuren und die ehemalige Wiesenfläche wie ein Acker umgepflügt (Bild oben rechts), vier Wochen später sprießt
dort gesäter Rasen.Das von mir prognostizierte abendliche kleine Verkehrschaos blieb aus, erstens weil das unsichere Wetter die Massen zu Hause hielt und zweitens weil tatsächlich relativ anständig geparkt wurde. Auch Müll lag so gut wie keiner mehr herum, gepinkelt wurde aber sehr gern am Spazierweg in die Sträucher. Alter Baumbestand durfte für die Veranstaltung kein Hindernis sein, der wurde ganz einfach schon im Frühling plattgemacht! Natürlich sollen wieder Ersatzbäume gepflanzt werden, es dauert schliesslich nur ein halbes Jahrhundert bis es wieder so aussieht wie früher. Andere Orte sind bestrebt, gesunden, alten Baumbestand zu schützen. |
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| "WARUM LÄSST MAN UNS NICHT EINFACH IN RUHE?" |
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| Und ratz-fatz waren dann auch die Bäume weg und die Wiese ist kahl. Traurig... (Fotos vom 17.02.2009 und 03.03.2009) |
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Die Kanadagänse (Bild oben) mit Ihren Jungen und die Enten fraßen auf dieser Wiese jedes Jahr den
ganzen Sommer und waren froh um jeden Baum, der ihnen Schatten spendete. Und natürlich taugt die Wiese
nach dieser Veranstaltung sowieso erst mal nicht mehr als Futterquelle - schlimmer noch: seit der Veranstaltung
lässt sich kaum noch ein Tier dort am Ufer sehen. Und ob der Rasen dann mal so gut schmeckt wie die saftige,
abwechslungsreiche Wiese?Die Bläßhühner brüten immer genau im Juli auf ihren ufernahen Nestern (Bild links)! Die letzten Bläßhühner, die die unzähligen meist freilaufenden Hunde noch nicht verjagt oder gar angegriffen haben, sind nun auch so gut wie verschwunden. Was mit den Jungtieren passiert ist weiss ich nicht. Ein hoher Preis, finde ich, zumal sich die Veranstaltung mit rund 3500 Besuchern (bis Samstagabend, kleine versteckte Meldung vom 20.07.2009 in der HZ) finanziell nicht unbedingt gelohnt haben dürfte. |
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Auf der nahegelegenen Vogelinsel leben so viele Tiere - die Verantwortlichen machen sich gar keine
Vorstellung, was solch eine Veranstaltung für sie bedeutet.Von den selteneren Exemplaren seien zum Beispiel der Graureiher und der Eisvogel erwähnt, die Fotos rechts sind aktuell aus dem Jahr 2009! Dass mit dem Abholzen eine (weitere) ökologische Nische für den Specht beseitigt wird, so der SAV-Gaunaturschutzwart, wurde als "weit überzogen" zurückgewiesen. Aber für den Specht hat man sich schon vor Jahren beim Abholzen des "Schnitzbuckels" in Königsbronn's Norden oberhalb der Zanger Strasse nicht interessiert, obwohl dort mindestens ein Grünspecht ("mindestens", weil ich ihn dort auch schon beobachtete) seine Höhle und sein Revier hatte. |
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Das alles gegen den energischen Widerstand von 373 Bürgern, diese Unterschriftenliste ist dem Gemeinderat im Winter vorgelegt worden! Im ganzen Teilort Itzelberg wird keiner (Mensch und Tier) vor Mitternacht Schlafruhe finden, nur damit ein paar Spaßvögel Abend für Abend dem Kino-Lärm am See frönen können. Der Schall soll "in erträglichen und zugelassenen Grenzen" gehalten werden - wer schon einmal ein Open-Air-Kino besucht hat (freiwillig oder unfreiwillig), der weiss, wie weit sich der Schall ausbreitet - vor allem die Bässe, diese hört man selbst in 3km Entfernung noch, da nützen auch Ohrstöpsel kaum noch etwas. Die Bewohner der nahegelegenen Seniorenresidenz werden sich auf jeden Fall auch für schlaflose Nächte bedanken. Anmerkung nach der Veranstaltung: Man hat zwar im Umkreis den Schall vernehmen können, aber ein Lob an die Veranstalter: man hat die Lautstärke nicht weiter als "sinnvoll" aufgedreht. |
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| Das schöne Mundartgedicht ganz oben auf der Unterschriftenliste sagt eigentlich alles: |
Mir wohnet im a Örtle, wiea's kaum a schönres gait, mit wunderscheene Gärtle, Häuser ond ganz liabe Leit. Mir wohnet zwischa Felder, Wiesa ond ganz nah beim Wald im wunderscheana Itzelberg, wo's ons so arg guat g'fallt. |
Mich erinnert die Geschichte an das Lied "Karl der Käfer", das
die Gruppe Gänsehaut Anfang der 80er Jahre sang:Karl der Käfer wurde nicht gefragt, man hat ihn einfach fortgejagt! ... (der gesamte Text kann einfach mit einer Suchmaschine durch Eingabe des Wortes "lyrics" und dem Liedtitel gefunden werden) Damals wurden Gedanken um unsere Umwelt auch auf diese Art thematisiert und gehört. |
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Hier kann man die Artikel der Heidenheimer Zeitung nachlesen. Leider werden die Online-Artikel ca. 14 Tage nach deren Erscheinen vom HZ-Server entfernt. Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 23.12.2008 Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 09.01.2009 Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 17.01.2009 Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 03.02.2009 Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 21.02.2009 Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 30.06.2009 Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 20.07.2009
Die oben aufgeführten Fakten sind den Meldungen der Heidenheimer Zeitung vom 23.12.2008, 09.01.2009, 17.01.2009, 03.02.2009, 21.02.2009 und 20.07.2009 entnommen. |
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Lichtermeer am Itzelberger See |
| 18.07.2009 |
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| legend: | location - world wide web | www.boehmel.de | ![]() |
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location - global position | Lat Lng |
48.73963° N 10.10936° E |
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July 1997 - |
communication - snail mail location - geo address |
Manfred Boehmel Am Toebele 2 89551 Koenigsbronn Germany (South) |
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